Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die insbesondere die Gelenke befällt und in der Regel zur Gelenkzerstörung führt. Weltweit sind rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, beginnt jedoch meist im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer.
Die RA ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das menschliche Abwehrsystem (Immunsystem) das eigentlich Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze in Schach halten soll, durch eine falsche Programmierung eigene Zellen und Organe angreift.
Wie die Fehlprogrammierung des Immunsystems zustande kommt und warum die Abwehr nicht mehr zwischen „selbst“ und „fremd“ unterscheiden kann, ist noch nicht im Detail geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass im menschlichen Organismus – auch im gesunden - immer wieder Immunzellen entstehen, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Diese „autoreaktiven“ T-Zellen werden vom intakten Immunsystem jedoch sofort erkannt und außer Gefecht gesetzt, bevor sie Unheil anrichten können. Für diese wichtige Kontrollfunktion sind spezialisierte Immunzellen, sogenannte regulatorische T-Zellen (Tregs) zuständig. Diese hemmen durch direkten Zellkontakt die autoreaktiven T-Zellen und vereiteln damit deren Angriff auf körpereigenes Gewebe.
Anders bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen:
Hier sind die Tregs aus einem noch unbekannten Grund nicht voll funktionsfähig. Die autoreaktiven T-Zellen werden deshalb nicht in ausreichendem Maße unterdrückt. Sie können sich weitgehend ungehindert vermehren und körpereigenes Gewebe angreifen und zerstören. Eine moderne Therapiestrategie bei Autoimmunerkrankungen, wie sie Biotest verfolgt, zielt deshalb darauf ab, die Tregs wieder funktionsfähig zu machen, damit sie ihre natürliche Kontrollfunktion gegenüber autoreaktiven T-Zellen wieder aufnehmen können (
Biotherapeutikum BT-061).