Der Systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine schwere chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe des Körpers betreffen kann. Er wird zu den Erkrankungen des Bindegewebes und der Gefäße gezählt. Beim SLE sieht das Immunsystem aus bisher ungeklärter Ursache eigenes Körpergewebe als fremd an und bekämpft es. Dabei können in verschiedenen Bereichen des Organismus Entzündungsherde entstehen, die das Gewebe schädigen.
Jedes Jahr erkranken 5 bis 10 Menschen pro 100.000 Einwohner neu an SLE. Frauen sind von der Erkrankung etwa zehnmal häufiger betroffen als Männer. Meist tritt SLE bei jungen Frauen im Alter von 25 bis 30 Jahren auf. Menschen mit afrikanischer, indischer oder asiatischer Abstammung erkranken häufiger an SLE als andere ethnische Gruppen.
Wie SLE genau entsteht und aus welchen Gründen, ist noch weitgehend unbekannt. Erbliche Faktoren scheinen neben dem Geschlecht eine bedeutende Rolle zu spielen. Vieles spricht dafür, dass es nicht nur eine Ursache für SLE gibt, sondern dass verschiedene Faktoren bei der Entstehung der Erkrankung zusammenspielen.
SLE ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das menschliche Abwehrsystem (Immunsystem) das eigentlich Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze in Schach halten soll, sich fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe richtet.
Wie die Fehlprogrammierung des Immunsystems zustande kommt und warum die Abwehr nicht mehr zwischen „selbst“ und „fremd“ unterscheiden kann, ist noch nicht im Detail geklärt. Soviel ist aber klar: Bei SLE-Patienten laufen gleich mehrere Immunreaktionen falsch und unkontrolliert ab.